Es war ein angenehmer und informativer Vormittag an der Dreijachertberghütte.
Durch raschelndes Laub folgen wir Lydia Käsmair zu einem kleinen Unterschlupf aus trockenen Ästen und Moosen. Hier erahnen wir, der Wald hatte schon immer Bedeutung für uns Menschen zum Schutz, zum Sammeln von Beeren, Nüssen und Brennholz, zum Jagen.
Ein Blick in die sonnendurchfluteten Buchenkronen lässt uns spüren, dass im Wald auch erste spirituelle Erfahrungen gemacht wurden.

Viele Jahre wurde der Wald zunehmend nur noch unter wirtschaftlichen Aspekten gesehen – fast nur noch in Festmetern. Nun aber wird der Wald mehr und mehr wieder als Erholungsraum und Naturheilmittel entdeckt.
Seit den 1990iger Jahren erforscht man – vor allem in Japan – wissenschaftlich die Wirkung des Waldes auf uns Menschen: Shinrin-yoku – das Waldbaden.
Das Eintauchen in die Waldatmosphäre wirkt positiv auf uns – körperlich und seelisch:
Stressabbau: schon ein 40 minütiger Spaziergang
- senkt das Cortisol
- Blutdruck und Herzfrequenz werden gesenkt
- das Immunsystem wird gestärkt
- der Glukosespiegel wird reguliert
- die Stimmung aufgehellt und die fünf Sinne werden stimuliert.
Und wir tauchen ein in die Waldatmosphäre. Lydia lenkt unseren Blick und unsere Aufmerksamkeit auf einzelnen Bäume und Pflanzen des Waldes. Wir erfahren Mythologisches, Nützliches und Heilwirkung der Birke, der Buche, der Eiche, der Eibe und des Holunders. Wir fühlen die weichen jungen Blätter.
Unser Blick fällt auch auf Pflanzen wie Brennnessel, Löwenzahn und Gundelrebe, die wir gerne Unkraut nennen – zu Unrecht, denn auch sie haben heilende und nützende Wirkung auf andere Pflanzen, für Insekten, für den Boden und auch für uns.


Zum Abschluss gab es frisch gebrühten Tee aus diesen Pflanzen und Bärlauch-Blätterteig-Stangen und die Möglichkeit zum Austausch über das Gehörte, Gesehene, Gerochene, Gefühlte und Geschmeckte.
Ein entspannter und informativer Vormittag
Text/Fotos: Berta Brell

